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Sicherheitshinweis Dekostopps


Folgenden Bericht habe ich auf der Homepage der Fätzenfische Reinach gefunden:


Sicherheitsstopp in 12 Meter Tiefe
Daniel Blickenstorfer

Die Wirbelsäule benötigt mindestens 12 Minuten zur Entsättigung. Neue Erkenntnisse in der Entstehung und Verteilung von Gasblasen beim Sporttauchen zeigen: Bisher fanden Sicherheitsstopp eher zu hoch und vor allem zu kurz statt.

Tauchen ist ein populärer und attraktiver Sport, der im Gegensatz zu anderen Sportarten einige spezifische Risiken birgt. Tauchunfälle sind glücklicherweise selten und haben verschiedenste Ursachen. Im Bestreben, die Unfallzahlen zu senken und die Sicherheit der Taucher zu vergrössern, müssen die Hauptakteure - Tauchindustrie, tauchmedizinische Experten und nicht zuletzt die Taucher selbst  aktiv zusammenarbeiten. Dadurch kann man neue Erkenntnisse gewinnen und diese in die Produkte und Ausbildungsstandards einfliessen lassen.

Uwatec liefert Computer
1993 gründete Divers Alert Network (Dan), das Projekt Safe Dive,um Informationen aller Art über Tauchgänge und Tauchunfälle mit Schwergewicht der Blasenkrankheiten (decompression illness) zu sammeln und wissenschaftlich auszuwerten.
Zwischenzeitlich konnte die Schweizer Firma Uwatec, bekannt als führender Hersteller von Tauchcomputern und -Instrumenten zur Mitarbeit an einem ständigen, feldtauglichen Forschungslabor, gewonnen werden. Das gross angelegte, gemeinsame Projekt nennt sich Dan Uwatec Diving Safety Laboratory und ist europaweit aktiv.

Europaweit Tauchdaten sammeln
Bei diesem Labor handelt es sich um dezentralisierte, kleine Forschungsgruppen, die Daten sammeln und Untersuchungen am Taucher durchführen. Der Erfolg der mehrjährigen Aktion hängt direkt von den Tauchern ab, die sich bereit erklären, in diesem Projekt mitzuarbeiten.
Das funktioniert so: Uwatec hat eine grössere Anzahl an Tauchcomputern zur Verfügung gestellt, die Taucher als "Black Box" auf dem Tauchgang mitführen und die alle Daten aufzeichnen. Das Display ist abgedeckt, die Warnsignale sind stumm.
Zu jedem Tauchgang füllt der Taucher einen Fragebogen aus. Zusammen mit dem Tauchgangsprofil wertet Dan Uwatec Diving Safety Laboratory die Daten aus. Diese Taucher stehen unter der Bewachung durch die DSL-Basen und Dan Research Operators. DSL-Basen sind Tauchshops oder Tauchclubs, die bereit sind, das DSL-Forschungsprogramm aktiv zu unterstützen und entsprechende Research-Kits zur Verfügung stellen.
Jeder aktive Taucher kann somit zum Research-Diver werden - und zur Sicherheit des eigenen Sports beitragen.

Blasenuntersuchungen nach Tauchgängen
Erst seit wenigen Jahren ist bekannt, dass auch bei Tauchgängen innerhalb der Tabellen- und Computerlimiten nachweisbare Blasen entstehen. Einzelne Tauchcomputer tragen diesen sogenannten Microbubbles mit speziellen Programmen Rechnung - was oft zu einer massiven Verlängerung der Dekompressionszeit führt. Ziel der Forschungen ist es, ein sicheres Programm zu entwickeln, welches sowohl maximale Freiheit beim Tauchen als auch grösstmögliche Sicherheit bei noch tauchbarem Profil anbietet.

Neuere Erkenntnisse über die Entstehung von Blasenkrankheiten wie beispielsweise die Rolle des offenen Foramen ovale (ovales Fenster im Herz, eine Verbindung vom rechten zum linken Vorhof) haben zu Anpassungen der Tauchempfehlungen geführt. Zur genauen Bestimmung der Blasen führen speziell ausgebildete Research-Technicians an einem Teil der am DSL-Projekt teilnehmenden Taucher eine Doppler-Ultraschallmessung unmittelbar nach dem Tauchgang durch. Dazu wird eine kleine 5-Hertz-Ultraschallsonde unmittelbar neben dem Brustbein aufgesetzt, welche die im Blut vorbeiströmenden Blasen zu registrieren versucht. Diese sind als "Klicks" akustisch wahrnehmbar. Die Auswertung der Signale erfolgt natürlich unter Einbezug des in der "Black Box" gespeicherten Tauchgangprofils.

Neue Erkenntnisse
Die meisten Dekompressionsunfälle sind auf eine zu hohe Aufstiegsgeschwindigkeit und nicht etwa auf die angewendeten Rechenmodelle zurückzuführen. Das geht aus Analysen von Tauchunfalldaten durch Dan USA und Europa hervor.
Die hauptsächlichen Symptome von kurzen, weniger als 60 Minuten dauernden, tiefen Tauchgängen um die 30 bis 40 Meter scheinen neurologisch zu sein und in den schnellen, gut durchbluteten Geweben wie dem Zentralnervensystem (Rückenmark) aufzutreten. Dieses Kompartiment ist bereits nach 12 Minuten vollständig mit Stickstoff gesättigt. Eigentlich sollte sich dieses Gewebe auch wieder in 12 Minuten entsättigen. Allerdings spielen hier noch andere Faktoren wie körperliche Aktivität und Körpertemperatur eine Rolle. Daher dauert die Entsättigung meist länger.

Zu kurze Sicherheitsstopps
Die meisten Taucher steigen heute zehn Meter pro Minute auf und absolvieren nach einem Nullzeitentauchgang einen Sicherheitsstopp von drei bis fünf Minuten auf fünf Metern. Somit beträgt die Aufstiegsdauer aus einer Tiefe von 40 Metern dreieinhalb Minuten. Inklusive dem Sicherheitsstopp dauert der Aufstieg also knappe neun Minuten. Mit dem Sicherheitsstopp gilt gerade bei Meertauchgängen der Tauchgang für viele Taucher als beendet und sie steigen rasch zur Oberfläche oder Bootsleiter auf.
Aber diese letzten fünf Meter sind aufgrund der physikalischen Gesetze die Phase, in der sich vorhandene Blasen am stärksten ausdehnen. Selbst wenn man sich dafür eine zusätzliche Minute Zeit lässt, dauert der Aufstieg keine zehn Minuten und zur theoretischen Entsättigungszeit des Rückenmarks fehlen immer noch mindestens zwei Minuten. Die obenstehenden Ergebnisse deuten darauf hin, dass ein zusätzlicher Sicherheitsstopp von fünf Minuten auf etwa 12 bis 15 Meter die Häufigkeit von Dekompressionserkrankungen deutlich reduzieren könnte.

Bis 85 Prozent der Taucher mit Blasen belastet

Am 27. Jahreskongress der European Underwater and Baromedical Society (EUBS) im September 2001 in Hamburg wurden die ersten Ergebnisse eines grossangelegten Forschungsprojektes präsentiert.
Zwischen 1995 und 1999 registrierten sogenannte "Black Boxes" total 2105 nicht limitierte Tauchgänge von 575 verschiedenen Sporttauchern. Dan Uwatec Diving Safety Laboratory wertete die Daten aus.
Die erfassten Tauchgänge sehen folgendermassen aus:
- 23 Prozent zwischen 10 und 20 Meter;
- 33 Prozent zwischen 20 und 30 Meter;
- 24 Prozent zwischen 30 und 40 Meter;
- 13 Prozent zwischen 40 und 50 Meter.
Die restlichen 7 Prozent lagen unter 10 oder über 50 Meter.
Bei 1418 Tauchgängen untersuchten die Projektverantwortlichen die Taucher 20 bis 60 Minuten nach dem Tauchgang zusätzlich mittels Dopplerultraschall. Dabei wiesen sie bei 37 Prozent der Taucher Blasen im Blut nach. Diese teilten sie je nach Signalintensität in "low bubble"- und "high bubble"-Grade ein. Bei 25 Prozent lag ein "low bubble"-Grad, bei 12 Prozent ein "high bubble"-Grad vor.
Bei Repetiv-Tauchgängen sind die Ergebnisse noch deutlicher: Bei 85 Prozent der Taucher wurden Blasen nachgewiesen, davon gehörten nur 18 Prozent in die "low bubble"-Kategorie. Die Mehrheit, nämlich 67 Prozent, gehörten dem "high bubble"-Grad an.
Zudem stellten die Projektbeteiligten fest, dass deutliche Unterschiede bei der Entwicklung von Gasblasen durch das Tauchen bestehen. Ein Umstand, der gerade bei der Ausarbeitung eines universal gültigen Dekompressionsmodells schwer ins Gewicht fällt. Daher werden in Zukunft weitere Daten wie Luftverbrauch pro Minute als Mass der Anstrengung, Wassertemperatur und andere Faktoren in die Rechenmodelle einfliessen, um eine möglichst individuelle Berechnung der Entsättigung zu gewährleisten.

Wie kann ich mich beteiligen?
Das Dan Uwatec Diving Safety Laboratory ist offen für jeden Taucher und jede Taucherin, die etwas zur Sicherheit des Tauchsportes beitragen möchten. Besonders erwünscht sind Tauchschulen und Clubs, die beispielsweise im Rahmen eines Wochenend-Tauchausflugs die Daten der Teilnehmer aufzeichen und die Forschung somit aktiv unterstützen.

Weitere Informationen zum Diving Safety Laboratory DSL und Vorgehensweise zur Mitarbeit erhalten Sie bei:
DAN Europe Suisse,
Research Division
Seevorstadt 67
2502 Biel
Mail:suisse@daneurope.org
www.daneurope.org/research

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Autor: WFB Webmaster

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