Scapa Flow war sowohl im 1. Weltkrieg, wie auch im 2. Weltkrieg Kriegshafen der Englischen Marine. Hier spielte sich die Versenkung der Deutschen Hochseeflotte 1919, wie die Versenkung der Royal Oak durch U47 1939 ab.
Nach dem Ersten Weltkrieg wurde die gesamte Deutsche Hochseeflotte nach Scapa Flow
gebracht und dort interniert. Auf den Schiffen blieben nur kleine Rumpfbesatzungen, welche
für den Unterhalt zuständig waren. Im Frühliing 1919 lagen so insgesamt 74 Schiffe in
Scapa Flow vor Anker und warteten auf die Ergebisse der Versailler Verhandlungen, auf
Grund derer beschlossen werden sollte, was mit der Flotte zu geschenen hat. Die Flotte
bestand aus Schiffen aller Kaliber. Darunter waren grosse Schlachtkreuzer von 200 Metern
Länge, wie die Seydlitz, Moltke, Hindenburg und kleinere
Schlachtschiffe und Kreuzer, wie der Kronprinz Willhelm, König, Köln
und Dresden. Befehligt wurden die Schiffe von Konteradmiral Ludwig von Reuter von
seinem Flagschiff, dem Kreuzer Emden.
Als es im Juni 1919 so aussah, als würde Deutschland die
gesamte Flotte an die Alliierten verlieren, entschloss sich von Reuter zu handeln.
Am Morgen des 21. Juni 1919 ergab sich die günstige Gelegenheit. Die Britishe Flotte
hatte Scapa Flow verlassen um vor der Küste Manöver abzuhalten. Zur Ablenkung der
verbliebenen englischen Bewacher, inszenierte von Reuter eine Seenotübung. Gleichzeitig
wurden auf allen Schiffen die Seeventile geöffnet. Als die Engländer das Sinken der
Flotte bemerkten, war es bereits zu spät. Als die Schiffe der Britishen Flotte nach Scapa
Floew zurückkehrten, schwammen von den insgesamt 74 internierten Kriegsschiffen nur noch
3 Schlachtschiffe, 3 Kreuzer und ein paar Zerstörer. Im Laufe der Zeit wurden die meisten
Schiffe durch Spezialfirmen abgewrackt und der Stahl verkauft. Es befinden sich aber immer
noch die Wracks von 7 Schlachtschiffen und -Kreuzern in betauchbarer Tiefe auf dem Grund
der Scapa Bucht.
Am 13. Oktober 1939 tauchte der
Turm des deutschen U-Bootes U47 kurz nach 19 Uhr aus den dunklen Wassern der Nordsee vor
den Orkney Inseln. Die Meteorologen hatten eine dunkle Neumondnacht vorausgesagt, ideal
für das kühne Unternehmen, zu dem Kapitänleutnant Günther Prien fünf Tage
zuvor aus dem Hafen von Kiel ausgelaufen war. Doch die Natur hatte ihm einen Streich
gespielt. Helle, farbige Lichtschleier zogen über den nächtlichen Himmel und drohten die
Anwesenheit des U-Bootes zu verraten. Prien entschloss sich trotzdem seinen Auftrag
durchzuführen. Scapa Flow, ein nur durch enge Zufahrten erreichbarer natürlicher
Tiefwasserhafen im Süden der Orkney Inseln, gehörte zu den best bewachtesten
Flottenstützpunkten der Welt und diente als Heimathafen der britischen Flotte. Deutsche
Luftaufklärung hatte aber in der östlichen Einfahrt, dem Kirk Sound, eine Lücke in den
Absperrungen entdeckt, durch die ein U-Boot hindurchschlüpfen konnte. Am 14. Oktober 1939
um 00:30 Uhr befand sich U47 unentdeckt in der Bucht von Scapa Flow und begann die Suche
nach einem lohnenden Ziel für seine Torpedos. Nach einigem Suchen entdeckte Prien
südlich vor Kirkwall einen langen flachen Schatten, der sich kaum von den dunklen Bergen
im Hintergrund abhob. Das Schlachtschiff Royal Oak lag hier vor Anker, um als
schwimmende Plattform für die Fiegerabwehr zu dienen. 3000 Meter vor dem Schiff liess
Prien den ersten Fächer, bestehend aus drei Torpedos, schiessen.
Minuten später detonierte ein Torpedo mit
lautem Knall, jedoch ohne Schaden anzurichten, an einer der Ankerketten. Prien wendete und
schoss beim Ablaufen den Torpedo aus dem Heckrohr, der aber ebenfalls sein Ziel verfehlte.
Wie durch ein Wunder hatte die Exlosion keinen Alarm ausgelöst. Der Knall wurde auf den
britischen Schiffen auf eine unerklärliche innere Ursache zurückgeführt. Prien liess
die vorderen Rohre nachladen und wagte einen erneuten Anlauf auf das Schlachtschiff.
Diesmal sassen die Aale im Ziel. Dreizehn Minuten nach den Treffern kenterte die Royal
Oak und riss über 800 Seeleute mit sich in die Tiefe. Prien gelang es, nur mit
äusserster Kraft der zwei Diesel- und der Elektromaschine, die Bucht gegen die
einlaufende Flut durch den schmalen Zugang des Kirk Sounds zu verlassen.